Deutsche Sprache in der Mongolei

Mit der neuen Zeit haben die Mongolen zum ersten Mal in der Geschichte die Möglichkeit ins Ausland zu reisen, dort längerfristig zu leben und sich auszubilden. Dies ermöglichte ein wachsendes Interesse an Fremdsprachen in der Gesellschaft und führte schließlich zu einem Boom von zahlreichen Sprachinstituten und -schulen in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Die europäischen Sprachen wie Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch waren damals die gefragtesten Fächer. Seit ca. 2000 spielen ostasiatische Sprachen wie Chinesisch, Japanisch und Koreanisch eine immer wichtigere Rolle auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft aufgrund ihrer geographischen und kulturellen Nähe, und die Wichtigkeit der wirtschaftlichen und politischen verbindungen zu diesen Ländern.

Im Gegensatz zu Russisch und Englisch, das als erste Fremdsprache in der Grundschule angeboten wird, kann man Deutsch nur in den Sprachinstituten oder in den Hochschulen und Universitäten erlernen. Nach Anglistik ist das Fach Germanistik und Deutsch als Fremdsprache das mit am häufigsten gewählte Fach in den Universitäten, pädagogischen Hochschulen. Deutschland als relativ sicheres Land mit seiner sozialpolitischen Stabilität wird als günstigstes Ziel zum Studieren angesehen. Das ist einer der vielen Gründe für das Entscheiden zu einem Deutschstudium in der Mongolei. Mehr als 30000 Mongolen sprechen heute Deutsch: gemessen an der Größe der Bevölkerung hat die deutsche Sprache in der Mongolei damit eine in Ostasien einzigartige Bedeutung.