Mongolische Leibgerichte

Die Mongolei ist kein Land für Veganer. In der traditionellen mongolischen Küche steht Fleisch auf der Speisekarte. In weiten Teilen des Landes ist kein Ackerbau möglich, weshalb die Produkte der Weidetiere verwertet werden müssen. Das Fleisch aller Arten von traditionell domestizierten Tiere gilt als essbar. Pferdefleisch wird jedoch von Chalcha-Mongolen nicht gegessen. Das Fett gilt als Delikatesse, vor allem das der Schafschwänze. Hammelfleisch ist als klassische schmackhafte Speise hoch geachtet, danach Rindfleisch.
Das meistgegessene Gericht ist Hammelfleischsuppe ( khar schöl ) mit selbstgemachten Nudeln und auch die Teigtaschen. Deftig gewürzte Hackfleisch in kunstvoll zusammengeformter Teigtasche wird im Dampfkochtopf 20 Minuten lang gegart, nennt man buuz , ist auch das Nationalgericht der Mongolen.
So in dieser Art werden weitere Versionen von Teigtaschen zubereitet, die in Salzwasser gekocht ( bansch ) oder in Öl fritiert ( huuschuur ) werden.

Weiße Speisen:

Im Sommer gibt es überall die sogenannte Weißen-Speisen - Michprodukte ( tsagaan idee ): Joghurt, Quark, Butterrahm und Buttermilch und so weiter. Käse gibt es in allen Variationen aus Yakmilch, aus Kamel-, Ziegen-, Schafsmilch.
Die Milchprodukte sind in der Ernährung von gleicher Wichtigkeit wie Fleisch. Der Symbolwert der Milch wird höher geschätzt als der des Fleisches. Der Symbolik hängt erstens mit ihrer Farbe, die für Reinheit und Verehrung steht. Alle domestizierende Tiere werden gemolken und Milch wird vielfältig verarbeitet, von Rahm, Kefir, Käse, getrocknetem Quark ( aaruul ), bis zu Milchschnaps. Während der Melkperiode, die etwa vom Juni bis September dauert, wird ein großer Teil der Milch zu Produkten von geringer Haltbarkeit verarbeitet. Einige können jedoch so zubereitet werden, daß man sie bis zur nächsten Milch-Periode oder noch länger aufbewahren kann.

Tee:

Überall und in jeder Tageszeit wird der leicht mit Salz und Butter abgeschmeckte Grüne-Tee mit Milch getrunken. Man muß ihn einfach selbst ausprobieren, denn es klingt für westlichen Menschen ein Salztee zunächst unvorstellbar.
Milchtee ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel, das gleichzeitig anregend und nahrhaft ist. Wenn ein Reisender in einer vom Gastgeber mit Tee bewirtet wird, so stärkt ihn das für Stunden. Tee und Milchprodukte bilden die Grundlage mongolischer Gastfreundlichkeit. Dies ist auch ein Merkmal der Kultur.
Jede Festlichkeit beginnt mit Tee und weißen Speisen und endet auch damit. Tee spielt auch eine symbolische Rolle bei Opfern, Festen und Zeremonien. Die erste Tasse von jedem neuen Aufguß ist für das Familienoberhaupt reserviert. Seien Sie deshalb unbesorgt, wenn Sie als Gast nicht zuerst bedient werden! Die Hausfrau bedient zuerst die älteren Herren und Gäste, sie selbst ißt ganz am Schluß zusammen mit den Kindern. Auf dem Land essen die Mongolen immer drinnen ausgenommen die Männer, die auf Reisen oder auf der Jagd sind.

Airag:

Was den Europäern der Wein und Bier ist, ist den Mongolen der Airag. Das erfrischende Getränk wird aus Stutenmilch hergestellt und es wird auch Kumiss genannt.
Die Bewohner der Gobi nehmen auch Kamelmilch für diesen Zweck. Die frische Milch wird in einen großen Sack aus Stierleder gefüllt, in dem immer ein Fermentierungsmiitel zurückbleibt. Der Inhalt des Sacks wird so oft wie möglich mit einem speziellen Stock, der in eine mit Löchern versehene Latte ausläuft, schaumig geschlagen. Airag enthält etwa 3 % Alkohol.

Arkhi:

Für ihre Ehrengästen bieten die Mongolen immer Schnaps mong. Arkhi an, trinken es gemeinsam auf die Gesundheit und auf das allgemeine Wohlbefinden (mong. erüül enkhiin töloo! ). Auch Arkhi ist ein selbsthergestelltes, leicht alkoholhaltiges Getränk, das auch als Milchbranntwein oder Milchschnaps genannt wird. Gewöhnlich wird es aus Sauermilch oder stark vergorenem Joghurt und Airag destilliert. Weil es aus Milch hergestellt wird, gilt Arkhi als reinstes menschliches Erzeugnis der Tierhaltung. Man trinkt Arkhi normalerweise lau warm.

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